Was passiert bei Hitze mit Kartoffeln beim Wachstum?
Im Juli hatten wir fast landesweit über 40 Grad, so heiß wie schon lange nicht mehr an unserem Standort. Im Kartoffeldamm haben die Knollen bei diesen Temperaturen förmlich gekocht. Was das für das Wachstum bedeutet, zeigt unsere Grafik ganz gut: Ihr Temperaturoptimum liegt bei rund 18 Grad, hier laufen Wachstum und Knollenbildung am besten. Steigen die Temperaturen im Boden auf 25 Grad, wird die Knollenbildung schon spürbar gehemmt. Ab 30 Grad lässt der Ertragszuwachs deutlich nach, und bei 35 Grad stellt die Pflanze den Transport der Assimilate, also der durch Photosynthese gebildeten Nährstoffe, weitgehend ein. Dann steigt auch das Risiko für Zwiewuchs, wenn also aus einer Knolle heraus eine zweite wächst. Ab 40 Grad kann die Pflanze die Hitze nicht mehr kompensieren, es kommt zu schwerer Welke und Blattverlust.
Auch bundesweit war das in diesem Sommer ein großes Thema. Die Saison hatte vielerorts gut begonnen, die Pflanzarbeiten liefen planmäßig, und selbst Spätfröste bereiteten den frühen Anbauregionen keine großen Probleme. Ab der zweiten Junihälfte änderte sich das grundlegend: Extreme Hitze und intensive Sonneneinstrahlung setzten den bis dahin gut entwickelten Beständen zu. Die Sonne drang bis zu Stängeln und Dämmen vor, die sich dabei stark aufheizten. Teils wurden im Damm Temperaturen von 50 Grad und mehr gemessen. Auch die Rodung wurde durch die Hitze schwieriger, besonders im Südwesten.
Gerade jetzt macht sich außerdem verstärkt der Drahtwurm bemerkbar, vor allem in trockenen Phasen wie in diesem Sommer. Bei anhaltender Trockenheit weichen die Larven auf die wasserreichen Kartoffelknollen aus, besonders wenn diese schon weit abgereift sind. Deshalb sollten gefährdete Flächen möglichst früh geerntet werden. Ganz junge Larven vertrocknen bei Hitze leicht, ältere ziehen sich einfach in tiefere, feuchtere Bodenschichten zurück
Wiederholt so hohe Temperaturen sind auch für uns ungewohnt, obwohl wir als Landwirte längst gelernt haben, mit Wetterextremen umzugehen. Wie stark sich die Hitze am Ende auf die Ernte auswirkt, hängt von vielem ab: von der Region, der Sorte, dem Pflanztermin und davon, ob beregnet werden kann. Hitze und Trockenheit drücken deshalb in diesem Jahr vielerorts die Erträge, und Sorten mit mehr Trockentoleranz werden für den Anbau immer wichtiger.
vom: 22.08.2026Ein Jahr mit vielen Wetterlaunen
Das Kartoffeljahr 2026 war von Anfang an durchwachsen. Der Frühling startete kühl. April und Mai lagen spürbar unter dem langjährigen Mittel, die Böden brauchten lange, um sich zu erwärmen.
TV-Dreh mit Quarks, der Wissenssendung
Zwei Tage lang hatte das WDR-Magazin Quarks bei uns die Kamera dabei, für die Sendung 'Die Zukunft der Kartoffel'. Warum unsere Kartoffeln so schmecken, wie sie schmecken, erfahren Sie im Beitrag am 24. September 2026.



