Zucht: Wenn aus vielen Hundert nur eine übrig bleibt

Kaum beeindrucken vom Wetter ließ sich dagegen unsere neue Zuchtsorte 4/4, gekreuzt aus vier verschiedenen Sorten. Sie ist prächtig gewachsen und hat viele große Knollen gebildet. Wir sind gespannt, wie sie nach der Ernte schmeckt.

Auf unserem Öko-Testfeld stehen gerade mehrere hundert Zuchtstämme aus ganz unterschiedlichen Kreuzungen. Ausgerechnet ein Jahr wie dieses mit Hitze, Trockenheit und Starkregen im Wechsel ist für uns ein wunderbarer Härtetest, denn die Wetterextreme nehmen stetig zu. So lässt sich besonders gut erkennen, welche Stämme sich behaupten. Nur wenige überstehen die Selektion auf dem Feld. Sie werden später im Lager ausgewertet und im Winter innerhalb der Familie verkostet. Was gut gewachsen ist und gut schmeckt, wird vermehrt, auch wenn am Ende aus vielen Hundert nur eine einzige Sorte übrig bleibt.

Viele unserer Zuchtstämme haben auch in diesem harten Jahr Beeren gebildet. Diese haben wir geerntet und gewinnen daraus im Herbst die Samen, die wir für die kommende Saison aussäen. So nutzen wir, was die Natur uns bietet, um die Genetik unserer Zuchtstämme weiterzuentwickeln. Das ist ganz ähnlich, wie sich auch die Evolution über längere Zeiträume verändert. Wir sind gespannt, was in den nächsten Jahren daraus noch alles entsteht. Bis eine neu gezüchtete Sorte beim Bundessortenamt angemeldet ist und auf dem Markt als zertifiziertes Pflanzgut angeboten werden kann, dauert es übrigens nach wie vor 10 bis 12 Jahre.

vom: 22.08.2026

Ein Jahr mit vielen Wetterlaunen

Das Kartoffeljahr 2026 war von Anfang an durchwachsen. Der Frühling startete kühl. April und Mai lagen spürbar unter dem langjährigen Mittel, die Böden brauchten lange, um sich zu erwärmen.

Was passiert bei Hitze mit Kartoffeln beim Wachstum?

Im Juli hatten wir fast landesweit über 40 Grad, so heiß wie schon lange nicht mehr an unserem Standort. Im Kartoffeldamm haben die Knollen bei diesen Temperaturen förmlich gekocht.

TV-Dreh mit Quarks, der Wissenssendung

Zwei Tage lang hatte das WDR-Magazin Quarks bei uns die Kamera dabei, für die Sendung 'Die Zukunft der Kartoffel'. Warum unsere Kartoffeln so schmecken, wie sie schmecken, erfahren Sie im Beitrag am 24. September 2026.

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